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Das Chaos bleibt noch einige Tage 06.10.2017 - 23:46 von Ingo Salmen

Das war die Berichterstattung zu den Folgen des Sturms, wie sie sich am Freitag gezeigt haben. Erst in den nächsten Tage wird sich das ganze Ausmaß der Schäden ermitteln lassen. Auch die Aufräumarbeiten gehen weiter. Der Verkehr wird sich allmählich normalisieren. Den Stand der Dinge haben wir hier für Sie zusammengefasst. Kommen Sie gut durch die Nacht! (Nicht zuletzt die Reisenden aus dem Regionalzug von Göttingen nach Berlin - siehe unten.)

Neues aus Untersuhl 06.10.2017 - 21:20 von Ingo Salmen

Der Dauerpassagier, der seit gestern Morgen versucht, von Düsseldorf nach Berlin zu kommen (wir berichteten weiter unten schon), hat uns ein Update geschickt. Zwischenzeitlich hat er es über Göttingen bis nach Thüringen geschafft. Untersuhl, um genau zu sein. Dort legten der Zug eine Pause ein. Die Erklärung: Er hatte keinen gültigen Fahrplan und durfte so nicht weiterfahren. Woraufhin der Schaffner mit dem Lokführer diskutierte. Bis der Fahrplan per Funk übermittelt wurde - und es weiterging. Also ein richtig moderner Zug. Kommentar aus dem Großraumabteil: "Die Stimmung hier ist aber super." Inzwischen haben sie sich sogar bis Gotha vorgearbeitet. Vermutlich planmäßig.

06.10.2017 - 22:23

Im Regionalzug nach Berlin. Foto: privat

Ingo Salmen 06.10.2017 - 22:23 Uhr
Update für Bahnreisende von Berlin nach Hamburg 06.10.2017 - 20:43 von Ingo Salmen

Die besonders stark befahrene Strecke soll erst Montag wieder freigegeben werden, hatte die Bahn mitgeteilt. Ergänzend heißt es nun:  Einige Züge sollen bereits am Samstag über eine Umleitung - via Hannover - von Berlin nach Hamburg fahren, wie ein Konzernsprecher sagte. (mit dpa)

28 Stunden Ausnahmezustand - 2600 Einsätze 06.10.2017 - 20:18 von Ingo Salmen

... und fast 600 müssen noch abgearbeitet werden bei der Berliner Feuerwehr. Damit sind übrigens nur die wetterbedingten gemeint, neben dem quasi alltäglichen Betrieb.

Bahn: Ab Samstag wieder nach Hannover 06.10.2017 - 20:07 von Ingo Salmen

Die eingestellten Fernverkehrsstrecken Berlin-Hannover und Hamburg-Hannover sollen am Samstag wieder aufgenommen werden. Das teilte die Deutsche Bahn am Freitagabend in Berlin mit. Die Verbindung zwischen Berlin und Hamburg wird demnach erst vom 9. Oktober an wieder befahrbar sein. Die Strecke sei besonders schwer von dem Sturmtief betroffen, hieß es. Auf einer Länge von sechs Kilometer seien die Oberleitungen massiv beschädigt.

Fahrgäste müssten sich in den nächsten Tagen weiter auf Störungen einstellen, hieß es. Infolge des Sturms seien viele Strecken noch gesperrt. Die Aufräumarbeiten liefen auf Hochtouren. Mehr als 100 Mitarbeiter und 17 Spezialfahrzeuge zur Reparatur von Oberleitungen seien im Einsatz. In den kommenden Tagen sollen die Verbindungen sukzessive wieder aufgenommen werden.

Der Nahverkehr lief am Freitag nach Angaben der Bahn in Teilen wieder - insbesondere in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg. Im Großraum Berlin und Magdeburg kam es noch zu Einschränkungen. Diese sollen Montagmorgen behoben sein. Die S-Bahn ist in Hamburg nach Angaben der Bahn wieder auf allen Strecken unterwegs. In Berlin fährt die Ringbahn wieder, auf anderen S-Bahn-Strecken gibt es noch Beeinträchtigungen. (dpa)

Weiterhin massive Beeinträchtigungen bei der S-Bahn 06.10.2017 - 19:33 von Ingo Salmen

Tagesreise: Düsseldorf-Berlin 06.10.2017 - 18:51 von Stefan Wild

Gestern hatten wir vom IC Düsseldorf-Berlin berichtet, der 15:22 Uhr in Berlin hätte ankommen sollen. Update: Die Reisenden sind noch immer unterwegs! Wir haben Kontakt zu einem Herren, der die Hoffnung, in der Hauptstadt anzukommen noch nicht gänzlich aufgegeben hat. Momentan befindet sich der Trupp in Fulda. 

Gestern waren sie in Minden gestrandet, der Herr war in einem Hotel untergekommen. Heute Vormittag dann mit dem Zug nach Hannover. Dort ging es dann allerdings auch nicht weiter. Nach einem Spaziergang durch die Stadt ein neuer Versuch. Er nahm um 16:55 Uhr einen Zug Richtung Berlin. Der Schaffner wollte sich allerdings nicht darauf festnageln lassen, dass die Hauptstadt heute tatsächlich erreicht wird. 

Gegen 18 Uhr kamen sie in Göttingen an. Der Zug soll voraussichtlich gegen halb elf in Berlin sein. So wird aus einer fünf Stunden Fahrt von Düsseldorf nach Berlin ein echter Roadtrip. Die Verspätung beläuft sich momentan auf knapp 28 Stunden. Ob die Reisenden heute noch in Berlin ankommen, bleibt abzuwarten. Toi toi toi!


 

Happy End für Annette Kögel 06.10.2017 - 17:07 von Stefan Wild

Wie berichtet, war unsere Kollegin seit heute früh im Bahn-Chaos unterwegs, wollte von Berlin nach Waldeck am Edersee. Nach einer "spaßigen Fahrt", während welcher sich die Fahrgäste mit "kollektivem Galgenhumor" die Zeit versüßten, kam sie gegen 19 Uhr endlich am Frankfurter Hauptbahnhof an. 

Es kam zu spontanen Verbrüderungen, sodass sie gleich eine Mitfahrgelegenheit an ihr Ziel organisieren konnte. Ein freundlicher Herr erklärte sich bereit, unsere Kollegin mitzunehmen. Er stellte sich als ein Bauingenieur vor, der seinerzeit zusammen mit Hany Azer die Projektleitung des Berliner Hauptbahnhofes verantwortlich war. Sachen gibts... 

Update aus Brandenburg 06.10.2017 - 15:42 von Sandra Dassler

Die Feuerwehren des Landes rückten zu mehr als 5.000 Einsätzen aus – und diese sind noch lange nicht beendet. Denn überall in der Region sind Aufräumarbeiten im Gange. Tausende Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten sowie zahlreiche freiwillige Helfer arbeiten an der Behebung der Schäden. 

Das volle Ausmaß ist noch immer nicht absehbar. Und noch immer sind zahlreiche Bahnstrecken gesperrt. So gibt es derzeit keine Möglichkeit, in den Süden des Landes, nach Cottbus, Lübben oder Vetschau zu gelangen. 

„Zwischen Grünau und Königs Wusterhausen sind allein sieben Masten umgefallen“, sagte ein Bahnsprecher dem Tagesspiegel: „Die Strecke nach Cottbus ist auf mehreren Abschnitten gesperrt, es kann schlimmstenfalls Tage dauern, bis sie wieder frei ist.“ Alternativ könne man einen Schienenersatzverkehr der Odeg nutzen, der alle drei Stunden von Königs Wusterhausen nach Cottbus und von Cottbus nach Königs Wusterhausen fährt. Informationen dazu gibt es im Internet unter www.odeg.de oder der derzeit allerdings völlig überlasteten Servicenummer 03514888888.

Auf einigen Streckenabschnitten wie zwischen Potsdam und Erkner sowie Berlin und Jüterbog konnte der Zugverkehr wieder aufgenommen werden. Andere wie die Linien RE 7, RB 10, 11, 13, 14, 20, 21, 22, 23, 24, 66 sowie RE 10 und RB 43 bleiben weiter dicht. Die Bahn weist darauf hin, dass alle Informationen im Internet oder unter der Telefonnummer 0331 235-6881 oder 6882 zu erhalten sind.

Ein paar Nutznießer hatte der Orkan aber auch: Die Taxifahrer in Berlin und Brandenburg dürften ebenso dazugehören wie Hotels und Pensionen, die in der Nacht zu Freitag gestrandete Reisende aufnahmen. Und so mancher Brandenburger dürfte sich daran erinnert haben, dass er zwar keinen Koffer, wohl aber noch einen alten Freund in Berlin hat.


06.10.2017 - 15:51

Sturmschäden in Brandenburg. Diese Linde hat die Feuerwehr schon zersägt. Foto: Thilo Rückeis

Stefan Wild 06.10.2017 - 15:51 Uhr
Lagermauer in der Gedenkstätte Sachsenhausen eingestürzt 06.10.2017 - 15:09 von Stefan Wild

Der Orkan hat gestern Nachmittag gegen 17 Uhr Teile der historischen Lagermauer in der Gedenkstätte Sachsenhausen einstürzen lassen. Das 1936/37 errichtete und denkmalgeschützte Bollwerk wurde zwischen dem Archivgebäude und dem zentralen Gedenkort „Station Z“ auf einer Länge von etwa 15 Metern umgeworfen. Verletzt wurde niemand. Im Bereich der ehemaligen Kommandantur stürzten außerdem mehrere Bäume um, ohne jedoch weiteren Schaden anzurichten.



06.10.2017 - 15:11

Sturmschäden in Sachsenhausen. Foto: Gedenkstätte und Museum Sachsenhaus

Angie Pohlers 06.10.2017 - 15:11 Uhr
Mitte zieht dramatische Bilanz 06.10.2017 - 14:54 von Thomas Loy

In Mitte sind rund 300 Bäume durch den Sturm entwurzelt worden, 30 davon auf Straßenland, sagte Harald Büttner, der Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes. Er spricht von einer „katastrophalen Großschadenslage“ – bislang summierten sich die Sachschäden auf mehrere 100.000 Euro. Auch viele Parkmöbel wie Bänke, Toiletten und Laternen seien beschädigt worden. Außerdem Denkmäler im Großen Tiergarten. Der Schiller-Statue habe ein Ast wohl die Hand abgeschlagen.

Alle Friedhöfe im Bezirk sind wegen der Gefahr herabfallender Äste gesperrt worden. Für die Parkanlagen gelte die Warnung, sie entweder gar nicht oder nur mit äußerster Vorsicht zu betreten. „Wir können die Parkwege erst im Laufe der nächsten Tagen sichern.“

Alle 150 Mitarbeiter des Grünflächenamtes Mitte seien derzeit im Einsatz, auch am Wochenende würden sie durcharbeiten. Derzeit gehe es darum, „jeden Baum anzuschauen und gegebenenfalls Sofortmaßnahmen einzuleiten“ - also in der Regel Äste abzunehmen und Kronen auszulichten. Bei weiteren Regenfällen steige die Gefahr, dass Kronen auseinanderbrechen, sagte Büttner. Auch völlig intakte Bäume seien beim Orkan entwurzelt worden. 

Und sie fährt doch! 06.10.2017 - 14:46 von Angie Pohlers

Zeichen und Wunder: Die Ringbahnlinien S41 und S42 fahren wieder, die S85 ist immer noch außer Betrieb. Den aktuellen Betriebsplan finden Sie hier.

Brandenburg im Ausnahmezustand 06.10.2017 - 14:29 von Sandra Dassler

Am schlimmsten hat der Orkan wohl das Land Brandenburg getroffen. Vor allem wegen der vier Todesopfer, aber auch wegen der zwei Dutzend Verletzten und tausenden Betroffenen. Bis Freitagmittag fuhren keine Züge nach Cottbus, Frankfurt (Oder), Senftenberg, Neuruppin und andere Orte. Pendler kamen am Donnerstagabend nicht nach Hause. Viele übernachteten bei Freunden, organisierten sich Autos oder nutzten die von der Bahn bereitgestellten Züge, um die Nacht wenigstens im Warmen zu verbringen. Wer in Berlin blieb, hatte am Freitag zumindest nicht das Problem, nicht zur Arbeit nach Berlin zu kommen.

Auch die vom Orkan verursachten Sachschäden im Land dürften sehr hoch sein, im Innenministerium konnte man am Freitag noch keine Schätzung abgeben. Zu diesem Zeitpunkt waren auch noch viele Orte von Strom- und Internetausfällen betroffen, in Cottbus hatte der Orkan für viele Stunden die Energieversorgung zusammenbrechen lassen.

Eine vorläufige Bilanz zog der Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam, Torsten Herbst. „Am Freitagmorgen ist in Potsdam-Babelsberg ein Radfahrer gegen einen umgestürzten Baum geprallt“, sagte er dem Tagesspiegel: „Damit hat sich die Zahl der Verletzten im Land Brandenburg auf 25 erhöht. Ein weiteres Todesopfer ist glücklicherweise nicht zu beklagen.“

Bis Mitternacht waren bei der Polizei landesweit 5300 Notrufe eingegangen. „Die kamen aus allen Landkreisen, es gab keine besonders betroffene, aber auch keine verschont gebliebene Region“, sagte Torsten Herbst: „Wir haben alle unsere Kräfte eingesetzt und 800 witterungsbedingte Einsätze gehabt.“

Normalerweise gingen landesweit etwa 1000 Notrufe innerhalb von 24 Stunden ein, sagte der Sprecher. Oft hätte die Polizei auch die Kollegen von der Feuerwehr unterstützt, beispielsweise die Straßen abgesichert, als der Wind das Dach eines Supermarkts in Nauen abgedeckt wurde.

Positiv wertete der Sprecher, dass keine Fälle bekannt seien, wo sich Menschen die Notsituation für kriminelle Taten zunutze gemacht hätten. Im Gegenteil: Der Aufruf der Polizei, doch wirklich nur die Notfälle über die Notfallnummern zu melden und nicht mit in dieser Situation zweitrangigen Problemen (Lärm in der Nachbarwohnung etc.) die Leitungen zu blockieren, sei größtenteils befolgt worden. „Es ist ja nicht so wichtig, das von einem Baum beschädigte Auto zu melden als das Auto, in dem noch drei Menschen sitzen, die von einem Baum eingeklemmt wurden“, sagte Herbst.


06.10.2017 - 14:30

Spuren des Sturms im Park Sanssouci. Foto: dpa

Ralf Hirschberger 06.10.2017 - 14:30 Uhr
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