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Außenpolitik-Expertin Sylke Tempel bei Sturm-Unfall getötet 06.10.2017 - 14:15 von Anna Sauerbrey

Die bekannte Außenpolitik-Expertin Sylke Tempel ist während des Orkans am Donnerstag in Berlin bei einem Unfall ums Leben gekommen. Nach Angaben der Berliner Feuerwehr wurde sie in Berlin-Tegel von einem umstürzenden Baum erschlagen. Demnach war sie mit dem Auto auf dem Rückweg von einer Abendveranstaltung mit Außenminister Sigmar Gabriel in der Villa Borsig. Offenbar stieg sie aus dem Wagen aus, weil Bäume und Äste die Straße blockierten. Eine weitere Frau wurde nach Angaben der Berliner Feuerwehr bei dem Unglück schwer verletzt.

Sylke Tempel, geboren 1963, war eine versierte Kennerin Israels, des Nahen Ostens, der Vereinigten Staaten und auch der deutschen Politik. Ihre Analysen waren klug, pointiert und entschlossen. Sie war Israel-Korrespondentin der „Woche“. Später schrieb sie für Fachpublikationen und Zeitungen, unter anderem auch regelmäßig für den Tagesspiegel. Sie kommentierte die Außenpolitik im Fernsehen und im Radio. Sylke Tempel war seit 2008 Chefredakteurin der von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) herausgegebenen Zeitschrift „Internationale Politik“ und Vorstandsmitglied der DGAP. Sie wäre eine der ersten vier Stipendiat*en des Thomas Mann-Hauses in Los Angeles gewesen, ein neues Residenzprogramm, mit dem die Bundesregierung den transatlantischen Dialog fördern will. Im kommenden Jahr wäre sie dorthin gezogen.

Außenminister Sigmar Gabriel sagte am Freitag: „Wir trauern um eine gute Freundin und leidenschaftliche Außenpolitikerin. Ihr Tod ist ein schwerer Verlust für uns in Deutschland und weit darüber hinaus. Wer Dr. Sylke Tempels Weg, ihre Analysen und Diskussionsbeiträge, über die Jahre verfolgt hat, der konnte nicht anders, als ihren klugen und warmen Blick, ihre Fein- und Scharfsinnigkeit auf das Höchste zu schätzen.“ Arend Oetker, Präsident der DGAP sagte: „Die DGAP verliert mit Dr. Sylke Tempel eine herausragende Persönlichkeit der deutschen Publizistik und der deutschen Außenpolitik. Sylke Tempel hat als Kommentatorin und Wissenschaftlerin die gesellschaftliche und politische Debatte immer wieder mit wichtigen Impulsen bereichert und kritisch begleitet.“ Auf Twitter und Facebook drückten am Freitag zahlreiche Mitarbeiter außenpolitischer Think Tanks und Außenpolitiker ihre Trauer und ihr Mitgefühl für die Angehörigen aus.

06.10.2017 - 14:32

Sylke Tempel. Foto: dpa

Angie Pohlers 06.10.2017 - 14:32 Uhr
18 tote Flamingos im Zoo 06.10.2017 - 13:22 von Angie Pohlers

Der Zoo hat durch Orkantief "Xavier" einen herben Verlust erlitten. 18 Tiere der etwa 80-köpfigen Flamingo-Gruppe haben den Sturm in ihrem Außengehege nicht überlebt und wurden durch herabfallende Äste getötet. "Wir haben nach der Sturmwarnung am Donnerstagmorgen gleich begonnen, alle Tiere des Zoo und Tierparks in Innenräume zu bringen", erzählt Zoosprecher Max Jäger. Doch bei Flamingos sei so ein Unterfangen nicht ganz leicht - wenn sie im Winter in den Stall kommen, bedarf es einer Vorbereitung von mehreren Tagen.

Nun werden alle Gehege aufgeräumt - vielleicht können Zoo und Tierpark dann am Sonnabend wieder öffnen.

06.10.2017 - 13:27

Flamingos im Berliner Zoo. Foto: dpa

Ole Spata 06.10.2017 - 13:27 Uhr
Eine Odyssee durch Berlins Nordwesten 06.10.2017 - 13:25 von Werner van Bebber

Wie Reporter Werner van Bebber gegen "Xavier" kämpfte:

Tja, so ist das, wenn man im so genannten Grünen wohnt: Das Grüne kann auch mal umfallen. Dann fährt man nicht mehr nach hause, denn man steht. Besser, man wäre gegangen… Die Fahrt aus der Stadt in Richtung Westen endete am frühen Nachmittag in drei Stauspuren auf der Heerstraße. Zum Glück war der Stau so gut zu sehen gewesen, dass rechtzeitiges Rechtsabbiegen gerade noch möglich war. An der Waldbühne vorbei, über den Fußweg an einem umgekippten Baum entlang, dann in einer sich langsam zur nächsten Ampel vorschlängelnden Schlange auf die Ruhlebener Straße: wieder Richtung Westen, diesmal im fließenden Verkehr. Ziel: Bahnhof Spandau. Da war der Sohn gestrandet, der mit dem Bus in Richtung Kladow/Groß Glienicke fahren wollte. Aber der Bus fuhr nicht mehr.

Zu zweit mit schöner lauter Musik jetzt in Richtung Potsdam. Es rollte bis, bis nur noch drei Kilometer fehlten. Dann ging nichts mehr. These: der Sturm hat den Abzweig nach Groß Glienicke querbegrünt mit einem der mächtigen alten Bäume, die das Grüne zum Grünen machen. Also durch die Landstadt Gatow – der Straße dorthin war gerade noch zu erreichen – auf die Kladower Uferpromenade. Der Plan: Am Campingplatz vorbei auf den Mauerweg und dann nach Groß Glienicke reinschleichen – okay, das wäre ein bisschen ordnungswidrig und ungehörig, aber an so einem Tag waren auf dem Mauerweg nicht mal die notorischen Hundebesitzer zu erwarten. Doch schon vor den rot-weißen Pollern lag derart viel Kleinholz, dass kein Durchkommen mehr war.

Und nun? Das Auto einfach stehen lassen, zu Fuß gehen? Wir waren noch motiviert. Zurück zum Ritterfelddamm, mit der Hoffnung, dass die Feuerwehr das Grün zersägt haben würde. Langer Stau, fast keine Bewegung. Wieder durch die Landstadt Gatow (die armen Leute dort…), dann Richtung Norden, Potsdamer Chaussee nach Spandau. Wo wir vor einer Stunde noch mit schöner lauter Musik vermeintlich nachhause gefahren waren, standen sie jetzt, Meter um Meter, im Kilometer langen Stau. Der neue Plan: Über Seeburg auf die Landstraße 20, dann aus westlicher Richtung nach Groß Glienicke. Das war Plan C. Er funktionierte. Jetzt war es 21 Uhr durch. Wäre der Junge, der vor 17 Uhr im Bahnhof Spandau angekommen war, die elf Kilometer nach Groß Glienicke zu Fuß gegangen – er wäre wohl längst zuhause gewesen.


"Berlin habe ich noch nie gemocht, jetzt hasse ich es." 06.10.2017 - 13:03 von Johannes Drosdowski

Ihre Familie hatte sich extra freigenommen, um Christina Weigel am Flughafen Tegel abzuholen, aber die Urlauberin kam nicht an. Stattdessen musste Weigels Flieger aus Barcelona in Hannover landen - holprig, aber sicher. Dann wollte die Gubenerin in mit dem Zug nach Frankfurt/Oder fahren. Am Berliner Hauptbahnhof ist sie gestrandet, seit über zwölf Stunden wartet sie nun schon im Hotelzug auf Gleis 11. Ihre Bananen sind aufgegessen, aber etwas kaufen möchte Christina Weigel auch nicht, denn dann müsste sie den Zug verlassen und hätte die Anzeigentafel nicht mehr im Blick. An der Information heißt es, dass sie frühestens am Nachmittag hier los kommt. Weigel wartet weiter, an Schlaf war bislang nicht so recht zu denken. "Berlin habe ich noch nie gemocht, jetzt hasse ich es", sagt sie. "Aber die Leute hier sind nett." Wenn Tee gebracht wird, bekommt Weigel den ersten Becher.

06.10.2017 - 13:04

Christina Weigel will nach Frankfurt/Oder. Foto: J. Drosdowski

Angie Pohlers 06.10.2017 - 13:04 Uhr
40 Minuten bis Südkreuz 06.10.2017 - 12:20 von Anke Myrrhe

Unsere Kollegin Annette Kögel meldet: Großer Applaus, als der erste Zug im Hauptbahnhof einfährt. Sie versucht sich nun mit einem Extra-Halt in Fulda über Kassel bis nach Waldeck am Edersee durchzuschlagen.

 

Dann aber gleich wieder Ernüchterung: Im Bahnhof Südkreuz bleibt der Zug stehen, es geht nichts mehr. Ein Scheinwerferproblem, der Zug wird wie ein Ciomputer runtergefahren - das heißt wieder Warten für 30 Minuten.Die Gänge sind überfüllt, "das Einsteigen war wie früher beim Sommerschlussverkauf", erzählt die Kollegin. 40 Minuten Fahrzeit für eine Station innerhalb Berlins, da macht sich Galgenhumor unter den Fahrgästen breit.

Fernverkehr in weiter Ferne 06.10.2017 - 11:11 von Christoph Stollowsky

Der Fernverkehr auf der Schiene kommt nach Auskunft der Bahn "am Freitag voraussichtlich nur ganz langsam wieder in Gang". Am weitaus stärksten wütete "Xavier" an der Strecke zwischen Hamburg und Berlin. "Dort sind eine Menge Oberleitungen durch umgestürzte Bäume beschädigt und Masten gebrochen", sagt Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Die Reparatur- und Aufräumungsarbeiten würden wahrscheinlich noch den ganzen Tag und "eventuell noch bis zum späten Abend" andauern. Reisenden aus Berlin mit dem Ziel Hamburg macht Ahlert für den heutigen Tag deshalb wenig Hoffnung.

Die einzige Alternative per Bahn sei vom Nachmittag an möglicherweise der Umweg von Berlin über Hannover nach Hamburg. Entlang der Strecke nach Hannover sind die Schäden geringer. Doch bis wann man sie beseitigt habe, kann die Bahn auch dort nicht mit Sicherheit sagen. Der Fernverkehr zwischen Berlin und Leipzig rollt laut Ahlert hingegen derzeit "wieder langsam an".


06.10.2017 - 11:15

Warten am Hauptbahnhof. Foto: dpa

Maurizio Gambarini 06.10.2017 - 11:15 Uhr
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